{"id":7,"date":"2014-11-24T15:54:02","date_gmt":"2014-11-24T13:54:02","guid":{"rendered":"http:\/\/buechermesse.ch\/?page_id=7"},"modified":"2015-04-05T05:36:06","modified_gmt":"2015-04-05T03:36:06","slug":"allgemein","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/buechermesse.ch\/?page_id=7&lang=de","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<h5>Was ist eine anarchistische oder libert\u00e4re Buchmesse?<\/h5>\n<p>Anfang der 1980er-Jahre entstand bei ein paar Londoner Anarchist*innen unter dem Eindruck einer sogenannt sozialistischen, aber stinklangweiligen, teuren und von vielen grossen Verlagsh\u00e4usern frequentierten Buchmesse der Wunsch, einen eigenen solchen Anlass durchzuf\u00fchren. Das Attribut \u201eanarchistisch\u201c oder \u201elibert\u00e4r\u201c in der rasch auf die Beine gestellten \u201eAnarchist Bookfair\u201c bezog sich einerseits auf die angebotenen Verlagsprogramme und anderseits auf eine bestimmte Auffassung, wie der Anlass auszusehen habe. Es ging nicht nur darum, m\u00f6glichst viele B\u00fccher zu verkaufen und viele Menschen f\u00fcr den Anarchismus zu interessieren, sondern auch darum, eine Plattform f\u00fcr Aktivist*innen und eine Vielfalt an weiteren kulturellen Veranstaltungen zu bieten. Spezifisch anarchistische Auffassungen, die viel Wert auf die individuelle Freiheit legen, sollten zudem an der Buchmesse gelebt werden: Rassismus, Sexismus, Homophobie usw. hatten am Anlass nichts verloren, dagegen wurde viel Wert auf die \u201edo-it-yourself\u201c-Haltung von Besucher*innen und Anbieter*innen, Solidarit\u00e4t und Strukturen zur basisdemokratischen Entscheidungsfindung gelegt.<br \/>\nDer \u201eAnarchist Bookfair\u201c war das erste Mal kein Gl\u00fcck beschieden: Gerade einmal ein halbes Dutzend Anbieter*innen nahmen an dem Anlass teil, und nachdem sich kaum eine Besucher*in blicken liess, entschieden sich die Anwesenden kurzum, aus der Buchmesse ein Pool-Turnier zu machen. Doch der Enthusiasmus blieb, und der Anlass wurde Jahr f\u00fcr Jahr prominenter, konnte mehr libert\u00e4re Verlage und Interessierte anziehen und gr\u00f6ssere Veranstaltungen durchf\u00fchren. Die Buchmesse wurde im Laufe der Jahre so beliebt, dass sie dieses Jahr bereits zum 32. Mal durchgef\u00fchrt wird. Doch l\u00e4ngstens ist die &#8222;Anarchist Bookfair&#8220; nicht mehr die einzige ihrer Art. Alleine in Grossbritannien sind im Laufe der letzten Jahre zahlreiche anarchistische Buchmessen begr\u00fcndet worden. In Kanada und in den USA hat mensch als literarisch interessierte*r Anarchist*in schon fast die Qual der Wahl &#8211; zwischen Fr\u00fchling und Herbst gibt es kaum ein Wochenende, an dem nicht irgendwo eine libert\u00e4re Buchmesse stattfindet. Auch in Lateinamerika, wo anarchistische Buchl\u00e4den und Bibliotheken eine lange Tradition haben, gab es in den vergangenen Jahren einige Versuche, so zum Beispiel in Monterrey (Mexiko) und S\u00e3o Paulo (Brasilien).<br \/>\nSchliesslich tut sich auch auf dem Europ\u00e4ischen Festland in den letzten Jahren einiges in dieser Sache: Seit 2003 findet alle paar Jahre die &#8222;Balkan Anarchist Bookfair&#8220; statt (2003 in Ljubljana (Slowenien), 2005 in Zagreb (Kroatien), 2008 in Sofia (Bulgarien)); ebenfalls in Osteuropa gibt es seit 2006 die j\u00e4hrlich stattfindende &#8222;Anarhisti\u010dki sajam knjiga&#8220; in Zagreb und eine anarchistische Buchmesse in Poznan (Polen). In Westeuropa fallen vor allem die Spanischen Genossinnen und Genossen auf, die in verschiedenen St\u00e4dten (Barcelona, Bilbao, Madrid, Valencia) regelm\u00e4ssig stattfindende &#8222;ferias del libro anarquista&#8220; durchf\u00fchren. Aber auch in Paris, Gent, Florenz, Lisabon und Dublin, gab es in den letzten Jahren entsprechende Anl\u00e4sse. Die Konzepte haben sich \u00fcber die Jahre kaum ge\u00e4ndert, wenn sich auch die Programme massiv ausgeweitet haben: Viele der Anl\u00e4sse sind heute Buchmessen, Kulturtage, Kleinkunstb\u00fchnen, Vortragsreihen, Filmzyklen und Begegnungsr\u00e4ume in einem.<\/p>\n<h5>Die anarchistische Buchmesse in der Schweiz<\/h5>\n<p>W\u00e4hrend anarchistische Buchmessen in der ganzen Welt stark am Kommen sind, blieb es in den deutschsprachigen L\u00e4ndern lange ruhig. Im Februar 2009 fand in Winterthur zum ersten Mal ein solcher Anlass statt. Der Erfolg dieser Buchmesse machte eine Fortsetzung fast zwingend, doch konnte in Winterthur ein Ziel schlecht realisiert werden: Der Anlass sollte nicht nur f\u00fcr deutschsprachige Besucher*innen und Anbieter*innen interessant sein, sondern auch f\u00fcr solche aus franz\u00f6sisch- und italienischsprachigen Regionen. So zog die Buchmesse 2010 nach Biel\/Bienne, die gr\u00f6sste zweisprachige Stadt der Schweiz. Mit gut 500 Besucher*innen, mehr als zwei Dutzend Aussteller*innen und Vortr\u00e4gen zur Theorie und Praxis des Anarchismus war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Aufgrund dieser Erfahrung wurde der Entschluss gefasst, auch 2011 eine Buchmesse auf der Sprachgrenze zu veranstalten. Eine Nummer gr\u00f6sser war die Buchmesse 2012, als sie w\u00e4hrend dem Internationalen Anarchistischen Kongress in St. Imier stattfand und den Grossteil eines Eishockeyfeldes einnahm. Die St\u00e4nde wurden von Aussteller*innen aus weit \u00fcber einem Dutzend L\u00e4ndern belegt und \u00fcber acht Sprachen waren vertreten. 2013 kehrte die Buchmesse f\u00fcr eine etwas kleinere Ausgabe nach Biel\/Bienne zur\u00fcck, bevor sie 2014 im Rahmen eines Veranstaltungswochenendes zum Thema &#8222;Anarchismus auch in der Schweiz&#8220; in Bern stattfand. Auch 2015 bleibt die Buchmesse im zweisprachigen Kanton Bern und findet vom 15. -17. Mai wieder in der Sandsteinstadt statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist eine anarchistische oder libert\u00e4re Buchmesse? Anfang der 1980er-Jahre entstand bei ein paar Londoner Anarchist*innen unter dem Eindruck einer sogenannt sozialistischen, aber stinklangweiligen, teuren und von vielen grossen Verlagsh\u00e4usern frequentierten Buchmesse der Wunsch, einen eigenen solchen Anlass durchzuf\u00fchren. Das Attribut \u201eanarchistisch\u201c oder \u201elibert\u00e4r\u201c in der rasch auf die Beine gestellten \u201eAnarchist Bookfair\u201c bezog sich &hellip; <a href=\"https:\/\/buechermesse.ch\/?page_id=7&#038;lang=de\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Geschichte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":6,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-7","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/buechermesse.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/buechermesse.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/buechermesse.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buechermesse.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buechermesse.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/buechermesse.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30,"href":"https:\/\/buechermesse.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/7\/revisions\/30"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/buechermesse.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}